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Reisemedizinische Tipps gegen Malaria

Fernreisen sind im Trend. Oft aber werden Reisekrankheiten eingefangen. Das Landeskrankenhaus Kirchdorf gibt wertvolle reisemedizinische Tipps gegen Malaria.

Univ.Prof.Prim.Dr. Bruno Schneeweiss
Univ.-Prof. Prim. Dr. Bruno Schneeweiss, Leiter der Internen Abteilung hat lange am AKH Wien auf der Infektionsabteilung gearbeitet und ist Experte in reisemedizinischen Fragen.

„Gerade die Malaria-Vorsorge ist sehr wichtig, weil es eine heilbare Erkrankung ist. Das Entscheidende ist die Früherkennung nach Ausbruch.“ betont der Internist.

Früherkennung ist das Wichtigste

Jährlich erkranken 300 – 500 Millionen Menschen weltweit an Malaria, die in tropischen Ländern durch Stechmücken übertragen wird. In Österreich gibt es, seitdem die Tendenz zu Fernreisen stark zugenommen hat, rund 80 bis 110 importierte Malariafälle jährlich. Nach den neuesten Erkenntnissen überlebt der Großteil der Patienten eine Malaria, wenn diese am ersten bis fünften Krankheitstag entdeckt wird. Die Spitalsbehandlung läuft dann rasch und zügig und ist zu 98% komplikationsfrei.

„Wird die Malaria tropica aber erst am sechsten bis zehnten Tag entdeckt“, warnt Prof. Schneeweiss, „dann überleben nur noch drei von vier Betroffenen. Unser letzter Patient hatte großes Glück: Nach einer Neuguinea-Reise traten sechs Monate später wiederholte Fieberschübe bis 39 Grad Celsius auf. Wir konnten ihn innerhalb von zehn Tagen heilen!“

Alarmzeichen rechtzeitig beachten!

„Wenn nach einem Aufenthalt in tropischen Ländern Fieber auftritt, dies kann auch Monate danach sein, sollte immer an eine Malaria gedacht und daher sofort ein Arzt konsultiert werden!“ rät Prof. Schneeweiss. „Das Gefährliche sind jedoch die unterschiedlichen Erscheinungsformen einer Malaria. Es gibt auch zerebrale Formen, die sich durch Lähmungen, Gangstörungen, Schläfrigkeit zeigen und dadurch schwer zu erkennen sind. Es können auch nur Durchfälle auftreten, manchmal gibt es sogar kardiale Symptome wie Herzrhytmusstörungen bis hin zum Herzinfarkt.“

Medikamente lange genug einnehmen!

Wichtig ist, das vom Reisemediziner empfohlene Medikament zur Malariaprophylaxe zeitlich exakt einzunehmen, in der Regel rund eine Woche vor Reiseantritt und bis vier Wochen nach Rückkehr. Grundsätzlich kommen dafür Resochin®, Lariam® und Vibramycin® in Frage. Bei Epileptikern ist dabei allerdings zur Vorsicht geraten. Auch gibt es bereits viele resochinresistente Reisegegenden, zum Beispiel den Nahe Osten, Mittelamerika, Thailand und Afrika, vor allem Kenia. Als Stand-by-Medikation dient am besten Malarone®.