Mit neuen Substanzen gegen Rheumaschmerzen
2 Millionen Menschen leiden in Österreich an rheumatischen Erkrankungen. Diese Krankheitsform macht oftmals auf Grund starker Schmerzen an den Bewegungsorganen, an Muskeln, Sehnen, Gelenken oder im Bindegewebe auf sich aufmerksam. Seit kurzem gibt es für Rheumatiker wieder Licht am Horizont, denn mit neuen Substanzen wird im Landes-Krankenhaus Kirchdorf der Diagnose Rheuma aktiv der Kampf angesagt.
Hinter der Diagnose Rheuma können sich über 400 Krankheitsformen verbergen, Rheuma als eigenständige Krankheitsform zu definieren ist daher nicht möglich. Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Rheuma der Überbegriff für Erkrankungen, die an den Bewegungsorganen auftreten und fast immer mit Schmerz und oftmals mit Bewegungseinschränkungen verbunden sind. Betroffen sind jedoch nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Menschen und Kinder.
Die Ursachen vieler rheumatischer Krankheiten sind bis heute ungeklärt.
Fest steht lediglich, dass das Abwehrsystem der Betroffenen körpereigenes Gewebe fälschlicherweise wie einen Eindringling behandelt. Mit anderen Worten findet am Gelenkknorpel, an den Gelenken und den Sehnen eine Immunreaktion statt, die zur Entzündung führt. Zu den entscheidenden Fortschritten im Kampf gegen rheumatische Erkrankungen in den letzten Jahren, kann das Verständnis über die maßgebliche Rolle von spezifischen Botenstoffen – auch als Zytokine bezeichnet – in diesem entzündlichen Prozess angesehen werden.
Seit kurzer Zeit stehen dem LKH Kirchdorf neue Substanzen (auch als „Biologicals“ bezeichnet) zur Verfügung, die das Immunsystem beeinflussen und einen dieser Botenstoffe, der für den Angriff auf das Gelenk verantwortlich ist, erfolgreich blockieren. Dank dieser neuen Substanzen ergeben sich vielversprechende Therapiemöglichkeiten in der Rheumatologie – gefürchtete Gelenksstörungen und damit verbundene Bewegungsunfähigkeit könnten dadurch verhindert werden.
Erste rheumatische Anzeichen können folgendermaßen aussehen:
Steifheit in den Fingern, sodass morgens nach dem Aufstehen nicht einmal der Wasserhahn oder die Dusche aufgedreht werden können.
- Betroffene erwachen während der Nacht regelmäßig – sprich nach drei bis vier Stunden folgt das „böse“ Erwachen mit tiefsitzenden Kreuzschmerzen.
- Nach längerem Sitzen wird über starke Schmerzen in den Kniegelenken oder in den Hüften, im Knöchel oder in den Zehen geklagt – nach ein bisschen Bewegung verschwinden diese Beschwerden wieder.
- Schwellungen an den Finger- und Handgelenken
- Defizite hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und allgemeine Angeschlagenheit
Sollte eine dieser Schilderungen zutreffen, ist es auf alle Fälle empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen, um möglichst rasch eine geeignete Therapieform einleiten zu können.