Bei Gefäßen ist im LKH Kirchdorf das ganze Jahr über Frühjahrsputz
Bluthochdruck, Blutzuckererkrankungen, hohe Blutfette sowie Nikotin-konsum gelten als klassische Risikofaktoren für Arterienverkalkung (Artiosklerose) und daraus resultierende Gefäßverengungen (Stenosen) bzw. Verschlüsse. Während der letzten Jahre konnte durch gute Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen im Landeskrankenhaus Kirchdorf gegen diese Volkskrankheit große Erfolge verbucht werden. Auch der vermehrte Einsatz von Metallgittern (Stents) bei der Behandlung von Patienten mit Gefäßerkrankungen trug das seine dazu bei.
Gefäßverengungen sowie Verschlüsse können je nach betroffenem Gefäßgebiet zu unterschiedlichen Erkrankungen führen: bei Beteiligung der Halsschlagader kann es zu einem Schlaganfall kommen; sind die Herzkranzgefäße betroffen, ist ein Herzinfarkt die Folge und bei Beeinträchtigung der Nierenarterien besteht die Möglichkeit an Bluthochdruck zu erkranken. "Bei Verengungen im Bereich der Becken- und Beinarterien kann es zum Auftreten des sogenannten Schaufensterganges kommen. Dies sind beim Gehen auftretende Schmerzen im Bereich der Beine, die sich nach einer kurzen Ruhepause wieder zurückbilden", klärt der Facharzt für Radiologie am LKH Kirchdorf, OA Dr. Helmut Spalt, auf.
Mittels Ultraschall versucht man bei der Untersuchung vorerst das Ausmaß der Verengung des betroffenen Gefäßes herauszufinden, um anschließend zur genauen Abklärung eine Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel (Angiographie) durchzuführen. Je nach Ausmaß bzw. Lokalisation der Verengung oder des völligen Verschlusses wird nach einer Besprechung mit den Stationsärzten dem Patienten entweder eine Gefäßdehnung - die vom Röntgenfacharzt durchgeführt wird - oder eine Operation empfohlen.
Erfolgt die Behandlung in Form einer Gefäßdehnung, überbrückt man die eingeengte Stelle mit Hilfe eines dünnen Führungsdrahtes. Über diesen wird ein Ballonkatheter eingebracht. Anschließend wird dieser unter Durchleuchtung mit einem Kontrasmittelgemisch entfaltet. Nach 30 Sekunden wird dieser Ballon wieder entleert und das Ergebnis mit einer weiteren Kontrastmittelgabe kontrolliert. Bei nicht zufriedenstellendem Ergebnis besteht die Möglichkeit ein Metallgitter (Stents) in die Arterie einzubringen. Je nach Lokalisation werden entweder Stents, die auf einem Ballon montiert sind, oder selbstentfaltende Stents aus Nickel-Titan verwendet.
"Um aber ein erneutes Auftreten einer Verengung zu verhindern, sollte der Patient auch nach seiner Entlassung die Risikofaktoren nicht außer acht lassen, und versuchen durch Änderung des eigenen Lebensstils die Risikofaktoren weitgehend auszuschalten sowie durch entsprechende medikamentöse Therapie selbst zur Heilung beitragen", gibt der Radiologe zu guter Letzt noch zu bedenken.